Porträt: Das sind die Macher des Classic Open Air

Wer steckt eigentlich hinter dem beliebtesten Musikspektakel der Hauptstadt? Antwort: Gerhard Kämpfe und Mario Hempel, die mit viel Kreativität und Geschäftssinn etwas Besonderes schufen! Gendarmenmarkt.de stellt das einzigartige Gespann vor.
Mario Hempel (l.) und Gerhard Kämpfe verbindet neben dem Erfolg eine große Freundschaft. Alle Bilder: © Davids

Es ist ein sommerliches Musikspektakel der besonderen Art: Zehntausende Besucher strömen jedes Jahr zum „Classic Open Air“ auf den Gendarmenmarkt und lauschen hingerissen den unterschiedlichsten Melodien. Ob auf einem Sitzplatz innerhalb des Veranstaltungsgeländes oder davor, mit Familie und Freunden bei einem Dinner auf dem Platz – das „Classic Open Air“ lockt ein breites Publikum an, in der Mehrheit sind es sogar Menschen, die sonst vielleicht nicht so oft in die Oper gehen.

Das liegt an dem einzigartigen Konzept und der Bandbreite des Festivals: So werden in der wunderschönen Kulisse des Gendarmenmarktes z.B. Konzerte geboten, die prominente Klassikstücke unterhaltsam bündeln, wie bei der „Musikalischen Reise nach Italien“. Dann gibt es Abende, da vermischen prominente Künstler Pop, Rock oder Jazz mit klassischen Klängen – eine überaus spannende Symbiose. Manchmal stehen auch nur ein Star oder eine Band im Mittelpunkt des Konzerts, wie z.B. die Scorpions oder in diesem Jahr Der Graf.

Eine weitere Besonderheit sind die optischen Effekte, die beim Publikum überaus beliebt sind. Laser, Licht und Feuerwerk lassen die Bauten des Gendarmenmarktes in eine eigene magische Welt eintauchen. Die ist mal festlich, mal dramatisch oder romantisch. So unterschiedlich, wie auch die Facetten der Musik es sind.

Doch wer sind eigentlich die Macher hinter dem „Classic Open Air“, das in diesem Jahr bereits zum 23. Mal stattfindet? Die Antwort: zwei erfolgreiche Geschäftsmänner, die sich schon ebenso lange kennen wie es das Musikfestival gibt: Gerhard Kämpfe und Mario Hempel.

Der Star-Manager

Kämpfe, der Hamburger, der in Berlin aufwuchs und lange Zeit in Paris lebte. Sein Kontakt zu den Publikumslieblingen war früh da: In den 70ern produziert und managt der gelernte Werbekaufmann Musikgrößen wie Roland Kaiser, Bernhard Brink oder die Messengers. Nach der Wiedervereinigung setzt er sich für den Erhalt des Friedrichstadtpalastes ein, organisiert die erste Tournee durch die Bundesrepublik.

1991 kommt ihm eine brillante Idee, die sein ganzes Leben verändern sollte. Er erlebt Startenor José Carreras bei einem Open Air-Konzert am Kölner Dom und denkt sich: Das muss es auch in Berlin geben. Aber eben nicht nur für eingefleischte Klassik-Fans, sondern für Jedermann. Das Konzept für das „Classic Open Air“ war geboren.

Kaum zurück in der Hauptstadt, sucht er nach einem geeigneten Platz für sein Projekt und entdeckt ihn: im Gendarmenmarkt. Bereits 1992 findet das erste „Classic Open Air“ statt. Mit José Carreras.

Der Hitparaden-Stürmer

Im selben Jahr läuft ihm im Friedrichstadtpalast mehr oder weniger zufällig ein Mann über den Weg, der sich als Mario Hempel vorstellt. „Der war ziemlich relaxed gekleidet“, erinnert sich Kämpfe. Damals ahnen wohl beide nicht, was aus dieser Begegnung noch alles entstehen könnte. Gerhard Kämpfe ist fasziniert von Hempels Vita: Eigentlich Instandsetzungsmechaniker, tourte der in den 80ern mit seiner eigenen Band durch die DDR – und landete mit Songs wie „Paradies“ und „Was soll ich tun?“ in den Ost-Hitparaden.

Doch es wird noch turbulenter. Nach der Wende bleiben die Engagements für die Band aus. Mario Hempel sattelt um, steigt kurzerhand ins Cateringgeschäft ein. Er arbeitet sich zum Vertriebsleiter einer Frankfurter Firma hoch. Nach deren Insolvenz gründet er sein eigenes Cateringunternehmen, das heute 120 Mitarbeiter hat. Zudem baut das Multitalent zeitgleich seine erfolgreiche PR-Firma „Report Communications“ auf.

Der gemeinsame Erfolg

1998 werden aus den Freunden auch Geschäftspartner: Festivaldirektor Gerhard Kämpfe holt Mario Hempel als Geschäftsführer zum „Classic Open Air“, das inzwischen auf jährlich bis zu sieben Konzerte angewachsen und ein Riesenerfolg ist. Bis heute traten Stars wie Montserrat Caballé, Anna Maria Kaufmann, Buena Vista Social Club, Chris de Burgh, die Scorpions, Xavier Naidoo, Roger Cicero, Sarah Connor, Udo Jürgens oder Katie Melua auf. Im Jahr 2006 wurde das Festival sogar mit dem angesehenen „LEA – Live Entertainment Award 2005“ von der Deutschen Veranstaltungsbranche ausgezeichnet – für die große künstlerische Bandbreite.

Seit demselben Jahr veranstalten die beiden Männer übrigens zusätzlich das Feuerwerks-Erlebnis auf dem Maifeld am Olympiastadion, die Pyronale (5. und 6. September). „Das ist fast schon symbolisch“, schmunzelt Hempel. „Der Ossi und der Wessi gemeinsam auf Erfolgskurs. Insofern hat sich bei mir die Einheit längst vollzogen. Und ich bin damit sehr glücklich.“


Eintrag vom 06.06.2014


Weitere Bilder zu diesem Artikel

Kämpfe und Hempel vor dem Konzerthaus auf dem Gendarmenmarkt.
Die Geschäftsmänner vorm Olympiastadion. Dort findet jedes Jahr auch das Feuerwerksspektakel der beiden statt, die Pyronale.


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