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Eintrag vom 20.05.2021

200 Jahre – Konzerthaus Berlin stellt Jubiläumsprogramm vor

Freischütz-Neuinszenierung, Kunst an der Hausfassade und innovative digitale Formate


Am 26. Mai 1821 eröffnete der Schinkel-Bau des Konzerthaus Berlin als Königliches Schauspielhaus. Das Motto der festlichen Jubiläumssaison 2020/21 „Alles bleibt anders“ sollte ursprünglich die wechselvolle Geschichte des Gebäudes beschreiben, ist inzwischen aber auch eine Zusammenfassung des Pandemiealltags am Konzerthaus Berlin. Im Pressegespräch am 20. Mai 2021 zog Intendant Professor Dr. Sebastian Nordmann im Kleinen Saal per Zoom Zwischenbilanz.
 
„Wir feiern unser Jubiläum in einer schwierigen Zeit, die uns allen viel abverlangt – an Flexibilität, Geduld und Verzicht. Vieles, was wir umfangreich geplant und voller Vorfreude als musikalische Höhepunkte erwartet hatten, musste verändert oder verschoben werden. Wir konnten aber eine ganze Reihe künstlerischer Projekte wie Tonaufnahmen und Konzertstreams umsetzen. Besonders froh bin ich, dass es uns gelungen ist, die Verbindung zu unserem Publikum durch viele Aktionen intensiv und lebendig zu halten.“ – Sebastian Nordmann

Mit Chefdirigent Christoph Eschenbach sprach Sebastian Nordmann über Jubiläumsprojekte des Konzerthausorchesters Berlin. Dazu zählen die bereits bei Alpha Classics erschienene CD mit Werken Webers und die Neuinszenierung des „Freischütz“ durch die katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus. Sie wird am 18. Juni (exakt 200 Jahre nach Uraufführung am Gendarmenmarkt) auf ARTE Concert live gestreamt. Dramaturg Esteban Muñoz berichtete vor Ort über die Vorbereitungen des Großprojekts, Regisseur Carlus Padrissa erläuterte in einem Videoeinspieler seinen Ansatz.

„Das Konzerthausorchester Berlin und ich blicken mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Produktion des „Freischütz“-Streams mit Artist in Residence Anna Prohaska und vielen weiteren wunderbaren Sängerinnen und Sängern. Tage intensiver musikalischer Arbeit liegen vor uns allen, in denen die herrliche Musik Webers den Großen Saal erfüllen wird. Wie glücklich sie macht, haben wir bereits bei den Aufnahmen unserer gerade erschienenen Jubiläums-CD mit Ouvertüren und Arien des Komponisten erlebt.“ – Christoph Eschenbach

Auch die Auftragsarbeiten zweier bildender Künstler wurden präsentiert: Ein animierter Buchtrailer vermittelte einen Eindruck der gerade im Avant Verlag erschienenen Graphic Novel „Alles bleibt anders“ des Berliner Comic-Künstlers Felix Pestemer zur 200-jährigen Geschichte des Hauses. Die Berliner Künstlerin Bettina Pousttchi stellte ihre schwarz-weiße Fotoarbeit Amplifier (Verstärker) im Gespräch mit Intendant Nordmann vor. Die „ortsspezifische Installation“ an der Hauptfassade des Gebäudes lädt vom 26. Mai bis 30. Juni ein, das Haus neu zu betrachten und die eigene Wahrnehmung in Frage zu stellen.

Abgerundet wurde das Pressegespräch durch einen Überblick neuer digitaler Entwicklungen und Formate. Dazu gehört ein Kanal des Konzerthausorchesters Berlin auf der Livestreaming-Plattform twitch – die erste Folge der alle zwei Wochen gestreamten „Spielzeit“ hatte im April weit über 220.000 total views. (Entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“)

Im November 2021 startet „Sound of Berlin“ öffentlich live und online in drei Hubs. Hier wird erprobt, mit experimenteller künstlerischer Arbeit im hybriden Raum unterschiedliche Publika an verschiedenen Orten zu erreichen. (Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Rahmen des Förderprogramms Digitale Entwicklung im Kulturbereich)

Die „Orchesterbox“ bringt ein Sinfonieorchester in Grundschulklassenzimmer – 17 Musiker*innen des Konzerthausorchesters nehmen als Figuren auf der Box Platz und spielen dank RFID-Chip in verschiedenen Besetzungen einen Ausschnitt aus Debussys „Children’s Corner“. Produziert wird auch eine App-Version für daheim. (Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)

Zahlreiche pandemiebedingt abgesagte Konzerte und Veranstaltungen werden im Rahmen des Jubiläumsjahrs 2021 ab August nachgeholt, darunter das Jubiläumskonzert mit Christoph Eschenbach und dem Konzerthausorchester Berlin, in der das Jubiläums-Auftragswerk „XYLO“ von Samir Odeh-Tamimi erklingt (neu: 26. und 27.08.2021), sowie das Open Air Konzert für Berlin (neu: 28. oder 29.08.2021).

Die Uraufführung eines Kompositionsauftrags an Johannes Kalitzke zu Max Neufelds Stummfilm „Hoffmanns Erzählungen“ (1923) steht am 05.09.2021 beim Musikfest Berlin in Kooperation mit ARTE/ZDF auf dem Programm. Thorsten Enckes Stück „technología“ für das Konzerthausorchester Berlin und das vision string quartet wird am 26.11.2021 uraufgeführt und einen Tag später wiederholt. Ein Jubiläums-Auftragswerk von Vito Žuraj spielen das Konzerthausorchester Berlin und Cellist Jean-Guihen Queyras vom 13. bis 15.05.2022.
 
Für die Ensemble-Auftragswerke im Rahmen des Jubiläums fanden sich unterschiedliche Lösungen – so war das stegreif.orchester am 13.04.2021 in einem Livestream zu erleben, während das Solistenensemble Kaleidoskop eine digitale Version aufnahm, die voraussichtlich noch in der laufenden Saison online zu sehen sein wird. Das Projekt des Verworrner-Krause-Kammerorchesters (VKKO) wurde auf den 07.12.2021 verschoben.

Der Kartenvorverkauf für sämtliche Eigenveranstaltungen des Konzerthaus Berlin während der ersten Hälfte der Saison 2021/22 (August 2021 bis Januar 2022) beginnt am 9. August.
Der Vorverkauf für die Eigenveranstaltungen von Februar bis Juli 2022 startet zu einem späteren Zeitpunkt. Weitere Information dazu zeitnah auf konzerthaus.de.

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