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Eintrag vom 16.01.2018

Vogelschutz durch Pflege von Sträuchern am Gendarmenmarkt

Die Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen, Sabine Weißler, informierte nun die Öffentlichkeit, wie die Pflege der Sträucher am Gendarmenmarkt hilft, die Berliner Spatzen zu schützen:

In den vergangenen Tagen fanden am Gendarmenmarkt die turnusmäßigen Pflegearbeiten der Gärtnerinnen und Gärtner des Straßen- und Grünflächenamtes statt. Diese Flächen sind sogenanntes Straßenbegleitgrün.

Bei einem Teil der Blütensträucher wurde ein Verjüngungsschnitt durchgeführt. Dadurch wird die Blüte auch in den kommenden Vegetationsperioden gesichert und eine „Vergreisung“ verhindert. Vergreisung bedeutet: Die Büsche setzen nur wenig Blüten an und besitzen oft nur eine Art Gestrüpp aus blattlosen Zweigen.

Die günstigste Zeit für diesen Schnitt ist die Kältephase nach dem Jahreswechsel.
Die so gepflegten Blütensträucher treiben schnell nach. Schon in der kommenden Vegetationsperiode wird der vorgenommene Rückschnitt durch die neuen Triebe kompensieren. Der Rückschnitt an schnell wachsenden Sträuchern ist in alternierenden Abständen aus gärtnerischer Sicht erforderlich, damit diese nicht frühzeitig vergreisen.

Für Haussperlinge und Amseln, aber auch andere Vogelarten, sind die Sträucher Unterschlupf, Nist- und Nährgehölz. Sie gesund zu erhalten ist auch ein Gebot des Artenschutzes. Die Schnittmaßnahmen wurden daher vor der Brutzeit durchgeführt.

Um den Vögeln ausreichend Unterschlupf und Sitzmöglichkeiten zu erhalten, finden die Arbeiten nur auf einem Teil der zu pflegenden Grünflächen statt.

Die Kontrollgänge der Gärtnerinnen und Gärtner zeigen, dass Spatzen und Amseln ihr Refugium nicht verlassen haben. Sie nutzen den Lebensraum in den verbliebenen Sträuchern und die immergrünen Gewächse im unmittelbaren Nahbereich wie Eiben, Buchsbäume und Efeu, der sich an den Bäumen empor rankt.

Ein einfacher Auslichtungsschnitt ist oft nicht mehr wirksam. Ein gezielter Rückschnitt, der sogenannte Verjüngungsschnitt ist dann angezeigt.
Alle Haupttriebe bis zu einer Länge von ca. 30 bis 50 cm werden abgeschnitten. Die inneren Triebe bleiben etwas länger als die äußeren, sodass der Strauch eine natürliche Form erhält und eine schöne Krone ausbilden kann. Maximal vier bis fünf starke Triebe bleiben erhalten.
Der zweite Schnitt erfolgt im Herbst oder im nächsten Frühling. Dabei dünnt man den neuen Austrieb so weit aus, dass nur Hauptäste mit maximal drei kräftigen Trieben stehen bleiben. Diese werden danach bis zwei Drittel ihrer Länge eingekürzt. Man achtet darauf, dass unterhalb der Schnittstelle mindestens eine nach außen blickende Knospe stehen bleibt.

So kann der neue Trieb nicht ins Innere der Strauchkrone wachsen.
Wichtig dabei ist, dass man unmittelbar über der Knospe schneidet. Oft trocknen lange Zweigreste über der Knospe ab und können eine Eintrittspforte für Schädlinge und Pilze bilden. Dies gilt es grundsätzlich bei jedem Schnitt zu vermeiden. Im Laufe der darauf folgenden Blühsaison verzweigen sich die Triebe und neue Blüten bilden sich aus. Der Strauch wird wieder ansehnlich und kräftiger.
Dies ist eine Pflegemaßnahme zum Erhalt des Bestandes. Sie ist auch im Sinne des Artenschutzes, um die Blütensträucher, aber auch die Vogel-Nist- und Nährgehölze regelmäßig zu verjüngen und den Schutzzweck zu sichern.

Ein entsprechender Verjüngungsschnitt von ca. 50-70 cm fand u.a. am Denkmal E.T.A. Hoffmann statt.
Die Arbeiten waren aus gärtnerischer Sicht geboten, dienen langfristig der Bestandspflege und Entwicklung und damit auch den Zielen des Artenschutzes.
 

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