Lüpertz-Werke unter dem Hammer, Lindenberg auf der Bühne, prominente Spender im Saal

Zum fünften Mal fand die ALS-Gala unter Schirmherrschaft von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder im Capital Club statt. 450.000 Euro kamen zusammen bei dem Event, das u.a. Veronica Ferres und Udo Lindenberg besuchten! Welche Momente alle Gäste rührten...
Prof. Thomas Meyer berichtete von der ALS-Ambulanz der Charité. Foto Teaser: Alt-Bundeskanzler und Schirmherr Gerhard Schröder mit Dagmar Sikorski-Großmann. Alle Bilder: © Marc Darchinger


Riesenerfolg im Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS: Rund 450.000 Euro erbrachte die festliche ALS-Gala, die bereits zum fünften Mal in Berlin stattfand. Der Betrag setzt sich aus Spenden der Gäste und dem Erlös einer Versteigerung zusammen und kommt vollständig der Unterstützung von Menschen zu Gute, die an der unheilbaren und letztlich tödlichen Nervenerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leiden. 


Auf Einladung der Initiative „Hilfe für ALS-kranke Menschen“ mit Schirmherr Gerhard Schröder an der Spitze erlebten 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft einen einzigartigen Abend im Berliner Capital Club am Gendarmenmarkt. Bereits bei seiner Begrüßung betonte der Altbundeskanzler die große Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements gerade bei der Bekämpfung und Erforschung so genannter „seltener Krankheiten“ wie ALS, die vom Gesundheitssystem allein nicht zu stemmen sei. 


Mit viel Einfühlungsvermögen und gleichzeitig einer heiteren Note führte Fernsehmoderator Cherno Jobatey durch den Abend, bei dem informative, nachdenkliche und künstlerische Programmpunkte nahtlos ineinander übergingen. 
So berichtete Professor Thomas Meyer von der ALS-Ambulanz der Berliner Charité über die Verwendung der Gelder der letztjährigen Gala: Seit Gründung der Initiative ist die Berliner Charité der medizinische Partner für die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit – von der praktischen medizinischen Versorgung von Patienten bis hin zur Erforschung von ALS und möglicher Therapien. Dank der Spenden sei die Hilfe in diesem Umfang erst möglich. 


Still wurde es im Saal, als zwei Betroffene zu Wort kamen: Dr. Werner von Doyé, dessen Le- bensgefährtin im Mai 2015 an ALS verstarb und Oliver Jünke, der seit zehn Jahren an ALS erkrankt ist. Oliver Jünke ist – abgesehen von den Augenmuskeln – vollständig gelähmt und wird künstlich beatmet. Diese Situation des "Eingeschlossensein" im eigenen Körper wird in der Medizin als "locked-in" bezeichnet. Beide berichteten über das Leben mit ALS.

Nach diesen bewegenden Momenten stand eine außergewöhnliche Versteigerung auf dem Programm: Neben Kunstwerken von Professor Markus Lüpertz, dem an ALS verstorbenen Maler Patrick Vernon, dem Berliner Künstler Thomas Kämmerer und Udo Lindenberg sowie einem Wettkampfbesuch bei Diskus-Weltmeister Robert Harting kamen auch so genannte Hilfepakete zur unmittelbaren und zweckgebundenen Unterstützung von ALS-Patienten unter den Hammer. Dazu zählten etwa die Finanzierung von Patientenliftern und Therapiefahrrädern. Für die Initiatoren der Gala ein Experiment, das sie erstmalig versuchten – und das funktionierte. Alle sieben Hilfspakete im Ausgangswert von 2.000 bis 18.000 Euro fanden einen erfolgreichen Bieter.

Höhepunkt und gleichzeitig Schlusspunkt des Gala-Abends war ein Überraschungsauftritt von Rock-Legende Udo Lindenberg, der nach Ende der Auktion die Bühne und die Gäste im Sturm eroberte.

Die Spendengelder und Auktionserlöse der alljährlichen Gala legen den Grundstock dafür, dass die 2011 gegründete Initiative „Hilfe für ALS-kranke Menschen“ ihre Arbeit fortsetzen kann. „Gemeinsam mit der Berliner Charité wollen wir auch weiterhin mehrere Tausend Betroffene und ihre Familien in ihrem schwierigen Alltag durch das Versorgungsnetzwerk AmbulanzPartner unterstützen sowie weiter an der Erforschung der Ursachen und Wirkungsweisen der heimtückischen Krankheit arbeiten“, erklärt Mit-Initiator Jürgen Großmann. Genauso wichtig sei es, dass die ALS-Ambulanz auch zukünftig ihre etwa 800 Patienten medizinisch versorgen kann, denn die Krankenkassen decken nur etwa 30 Prozent der laufenden Kosten. „Besonders stolz bin ich darauf, dass wir als Initiative keinerlei Verwaltungsausgaben haben – jeder Euro geht direkt in die Unterstützung von Patienten“, betont Großmann.
In Deutschland werden jedes Jahr etwa 2.000 Menschen mit der Diagnose ALS konfrontiert. Die Lebenserwartung der Erkrankten liegt dann bei nur noch drei bis fünf Jahren. Mit fortschreitender Krankheit fällt die Steuerung der Muskulatur der Betroffenen sukzessive aus, der Geist aber bleibt wach. Diese Patienten können sich weder bewegen noch eine Kommunikation nach außen transportieren (locked-in).

Die Spendenverbindung zum gemeinnützigen Konto: Kasse der Charité
Berliner Sparkasse
IBAN: DE53100500001270005550
BIC: BELADEBEXXX Verwendungszweck: Gala2015/89751010 



Eintrag vom 17.09.2015


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