Interview: Der Graf von Unheilig

Es war ein gigantischer Auftritt beim "Classic Open Air": Der Graf spielte vor einem enthusiastischen Publikum seine großen Hits. Warum der Frontmann von "Unheilig" Gendarmenmarkt.de unbedingt eine Stunde vor seinem Auftritt das Interview geben wollte, lesen Sie hier!
Mystische, gedankenvolle Songs, aber dabei sehr geerdet und sympathisch: der Graf von Unheilig.

Es ist 18.10 Uhr, als der Graf fröhlich im Backstage-Bereich auf Gendarmenmarkt.de zukommt. "Ich nehme an, ihr wollt zu mir", sagt er lächelnd. Es ist kurz vor seinem Auftritt beim größten Berliner Festival, dem "Classic Open Air"; der Abend gehört ganz ihm, im Rahmen seiner "Alles hat seine Zeit"-Tournee präsentiert er dem Publikum seine Hits, aber auch neue Stücke. Auf dem Gendarmenmarkt strömen bereits hunderte Besucher zu ihren Sitzen. Doch der Graf ist locker. "Lass uns duzen", sagt er. Gern! Neben dem Berliner Konzerthaus nehmen wir Platz zu einem entspannten Talk.

Gendarmenmarkt.de: Noch vor zwei Wochen wolltest du keine Interviews geben, um dich komplett auf deine Studioarbeit konzentrieren zu können. Jetzt stehst du quasi schon mit einem Bein auf der Bühne – und wir führen das Interview. Wie geht denn das?
Der Graf: Ich muss reden, ich brauch das vorher. Sonst renn ich wie ein Tiger im Käfig hin und her, immer am Buffet vorbei und zwinge mich, nichts zu essen, um nicht zuzunehmen. Da gebe ich doch lieber Interviews und trinke dabei Wasser. Reden ist bei mir definitiv ein Mittel gegen Lampenfieber.

Gendarmenmarkt.de: Das "Classic Open Air" steht ja auch für die Symbiose aus Klassik und den Klängen anderer Musik-Genres. Eine Kombination, die du ja schon früh für dich entdeckt hast. Was gefällt dir so sehr daran?
Der Graf: Ich bin in ganz jungen Jahren inspiriert worden durch die Filmmusiken von Ennio Moriccone. In meinen Stücken findest du immer Streicher, Orchesterelemente. So lassen sich große, ruhige Melodien erzeugen. Schon als kleiner Junge habe ich Klassik aufgesaugt – wenn ich aufgestanden bin und meine Eltern gerade Klassikmusik laufen ließen. Auf diese Elemente greife ich gern zurück und auf dem kommenden Album noch ein großes Stückchen mehr, wenn ich so viel verraten darf.

Gendarmenmarkt.de: Du spielst ja heute auch erstmals auf dem Gendarmenmarkt – was versprichst du dir von der Kulisse, emotional und akustisch?
Der Graf: Ich denke, dass es wunderschön wird, auf eine Art und Weise anders als sonst. Ich habe mir natürlich vorher schon im Internet angeguckt, wie der Markt angestrahlt aussieht – hier waren ja mehrere Lichtdesigner am Werk. Lassen wir uns überraschen. Wir möchten eine gute Show abliefern für die Zuschauer. Dass sie irgendwann nicht mehr auf den Stühlen sitzen, sondern aufstehen. Dass es kleine Momente gibt, die magisch sind.

Anmerkung der Redaktion: Die Fans standen schon beim ersten Song „Lichter der Stadt“ auf. Und beim letzten Lied „Geboren um zu leben“ flossen die Tränen über die Wangen der Zuschauer.

Gendarmenmarkt.de: Gibt es persönliche Erlebnisse, die du mit dem schönsten Platz Europas verbindest?
Der Graf: Ich bin durch Berlin sicher schon zehn Millionen mal gefahren, habe die Hauptstadt aber ohne Witz immer nur aus dem Auto gesehen. Termine, Konzerte, Auftritte, dann ins Hotel, am nächsten Morgen zurück. Um auf deine Frage zurückzukommen: Ich war leider noch nie hier. Aber ich muss sagen, dass ich es hier richtig cool finde.

Nach dem Konzert verlautbarten "Unheilig" auf Ihrer Website: "Es war ein großartiges Konzert in Berlin auf dem Gendarmenmarkt. Obwohl das Konzert im Rahmen des Classic Open Airs komplett bestuhlt war, standen die Fans binnen kürzester Zeit. Über 4000 Fans feierten gemeinsam mit dem Grafen die "Alles hat seine Zeit - Best Of Tournee". Für UNHEILIG war es etwas Besonderes vor der atemberaubenden Kulisse des Berliner Konzerthauses zu spielen."


Der Graf und Kristina Poehls von Gendarmenmarkt.de. © K. Poehls
















Eintrag vom 08.07.2014


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