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Eintrag vom 25.10.2017

Gottesdienst mit Merkel und Steinmeier anlässlich des neuen Bundestages

Anlässlich der konstituierenden Sitzung des 19. Deutschen Bundestages haben die evangelische und katholische Kirche neue und scheidende Mitglieder des Bundestags zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Französische Friedrichstadtkirche in Berlin eingeladen.

In seiner Begrüßung erinnerte Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an den zweiten Brief des Paulus an Timotheus, in dem es heißt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim1,7). Obwohl in der Welt vieles zum Fürchten sei, möge der deutlich veränderte Bundestag seine Arbeit nicht in einem Geist der Furcht, sondern in einem Geist der Kraft tun. Gott habe den Geist der Liebe gegeben, „der im politischen Gegner nicht den Feind, sondern den Weggefährten sieht und den Geist der Besonnenheit, der Pauschalurteile meidet, genau hinsieht und sorgfältig abwägt“, so Prälat Dutzmann zu Beginn des Gottesdienstes, zu dem u.a. auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie die Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles (SPD), Volker Kauder (CDU), Katrin Göring-Eckardt (Grüne) erschienen. „Diesen Geist erbitten wir für den 19. Deutschen Bundestag.“

In seiner Predigt dankte Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Katholischen Büros in Berlin, den neuen und den scheidenden Abgeordneten für ihren Dienst. „Sie verdanken Ihr Amt nicht sich selbst, sondern Ihrer Partei und vor allem anderen dem Wähler. Egal in welchem politischen Lager Sie sich verorten - ich wünsche mir auch für das kommende Parlament eine Kultur, in der die demokratischen Tugenden über alle Fraktionsgrenzen hinweg gelebt werden. Das dürfen die Bürgerinnen und Bürger von Ihnen erwarten.“ Bei der Frage des Menschen, was aus ihm werde, gehe es immer um ein Leben vor Gott und ein Leben in Relation zu anderen Menschen. So wie die Bibel vom Säen und Ernten berichte, gehe es auch im Leben des Menschen zu. „Vieles können wir beeinflussen, vielleicht sogar das Meiste. Aber nicht alles. Auch wenn der Sämann noch so akribisch darauf achtet, möglichst wenig Samen auf den Weg, auf felsigen Boden oder unter Dornen fallen zu lassen, wird sich dies nicht ganz vermeiden lassen, wenn er denn das ganze Feld ausnutzen möchte. Politikerinnen und Politiker können noch so akribisch versuchen, es allen recht zu machen, aber alles wird sich nicht gerecht und optimal regeln lassen“, so Prälat Jüsten.

Auch ein Parlament sehe sich immer wieder vor Ereignisse gestellt, die im Vorfeld nicht vorhergesagt werden könnten. „Wir sind weder vor Terroranschlägen noch vor den großen Herausforderungen der weltweiten Migration gefeit.“ Politikerinnen und Politiker seien aufgerufen, das Gemeinwesen zu gestalten. Prälat Jüsten fügte hinzu: „Vielleicht hat mein Beruf mit dem Ihrigen etwas gemeinsam. Wir müssen die Menschen erreichen, dabei dürfen wir ihnen nicht nach dem Mund reden. Wir müssen die Wahrheit sagen, wir dürfen die Menschen nicht mit falschen Versprechungen verführen, nicht mit ihren Ängsten spielen, um sie zu vereinnahmen. Wir dürfen nicht auf den eigenen Vorteil aus sein, wir müssen authentisch sein. Wir müssen die Menschen gewinnen, sich zu engagieren. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, dass aus jedem etwas wird, zumindest das, was er werden kann und Perspektiven schaffen für das, was er werden will.“

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